Spannung zur Halbzeit in der Deutschen Rallye-Meisterschaft: Nach drei von sieben Saisonläufen trennen die ersten drei Fahrerduos gerade einmal acht Zähler. An der Tabellenspitze liegen Marijan Griebel und Beifahrerin Ella Kremer (Škoda Fabia RS Rally2), die nach zwei Siegen in Folge selbstbewusst zur ADAC Rallye Stemweder Berg (25./26. September) reisen. Doch mit nur sieben beziehungsweise acht Punkten Rückstand sind ihnen die Verfolger dicht auf den Fersen.
Enge Abstände an der DRM-Spitze
Spitzenreiter Griebel hat mit zwei Erfolgen einen starken Saisonstart hingelegt. Der fünfmalige Champion stapelt allerdings vor dem Start auf dem Stemweder Berg tief: „Bei der Charakteristik der Rallye sind die Porsche für mich die Favoriten, zumal ich hier in den letzten beiden Jahren nicht so gut abgeschnitten habe. Wir wollen uns bestmöglich verkaufen und oben dabeibleiben“, erklärt der 37-Jährige. Die Tabellenzweiten Philip Geipel und Co-Pilotin Jennifer Lerch (Toyota GR Yaris Rally2) fahren optimistisch in die ostwestfälische Stadt Lübbecke. „Wir haben hier im vergangenen Jahr ziemlich dominant gewonnen und wollen dieses Ergebnis wiederholen“, kündigt Geipel an.
Chris Gropengiesser und Lisa Kiefer (Škoda Fabia RS Rally2) belegen nach einer bisher starken Saison mit nur acht Zählern Rückstand auf die Spitze Rang drei. Dahinter teilen sich gleich zwei Duos Position vier: das beste Porsche-Team mit Carsten Mohe und Andrea Lieber sowie Björn Sartorius und Nico Otterbach im Toyota GR Yaris Rally2. „Wir waren in den letzten Jahren am Stemweder Berg immer gut, allerdings mit einem anderen Fahrzeug. Was mit dem Porsche möglich ist, werden wir sehen. Das ist auch vom Wetter abhängig. Wir wollen, wie immer, die Schnellsten sein“, verspricht Mohe. Julius Tannert und Pirmin Winklhofer sind nach zwei Ausfällen nur Neunte, zählen im Porsche 911 Rally GT aber ebenfalls zu den Favoriten.
Dennis Rostek und Stefan Kopczyk (Škoda Fabia RS Rally2) sind in der DRM2 Masters die Klassenbesten und auch bei der ADAC Rallye Stemweder Berg Siegkandidaten. In der DRM3-Wertung wollen Leonard Weiss und Nick Hainke (Ford Fiesta Rally3) nach ihrem ersten Saisonerfolg an der Mosel die Tabellenführung verteidigen.
Pusch in der DRM4 souverän, Heimspiel für Niebäumer in der DRM Junior Wertung
Drei Starts, drei Siege – Patrick Pusch und Tilmann Bößert (Opel Corsa Rally4) sind in der DRM4 das Maß aller Dinge und führen die Tabelle souverän an. „Wir wollen die Erfolgsserie bei der Stemweder Rallye fortsetzen. Dort ist viel Leistung gefragt und wir haben weniger PS als unsere Konkurrenten. Andererseits ist beim Opel die Traktion etwas besser, sodass sich alles in etwa ausgleicht. Die Leistungsdichte ist so hoch, man darf einfach keine Fehler machen“, sagt Pusch. Das gilt vor allem für seine härtesten Konkurrenten Felix Schumann und Gino Kruhs im Renault Clio Rally4. Das Fahrerduo muss den Spitzenreiter stoppen, um eine Vorentscheidung im Meisterschaftskampf zu verhindern.
Karl Otto Niebäumer hat mit seiner Schwester und Co-Pilotin Anna Niebäumer am Stemweder Berg ein Heimspiel. Die Opel-Piloten kommen aus dem gut 30 Kilometer entfernten Bad Salzuflen und gehen entsprechend motiviert in den vierten DRM-Lauf: „Wir kennen diese Gegend natürlich sehr gut, auch wenn es in diesem Jahr ein paar neue Strecken gibt. Wir freuen uns vor allem auf die Rundkurse, die uns gut liegen. Ziel ist es, in der DRM Junior Wertung vorn zu bleiben und auch in der DRM4-Kategorie eine gute Rolle zu spielen“, sagt der Lokalmatador.
In der DRM Classic liegen Andreas Dahms und Paul Schubert mit dem Porsche 911 klar vorn. „Die ADAC Rallye Stemweder Berg ist eine tolle Veranstaltung. Mit den schnellen Geraden und geringen Schotteranteilen ist sie ein gutes Pflaster für unseren Porsche. Allerdings ist Walter Gromöller im Opel Ascona 400 nach seiner Pause wieder dabei. Mit ihm muss man immer rechnen“, weiß Dahms. Die Porsche-Routiniers führen in ihrem grünen Neunelfer auch die Gesamtwertung bei den DRM Nationals an. Nur 0,01 Punkte dahinter folgen Philipp Heinmüller und Lukas Müller (Opel Astra) auf Position zwei. „Wir wollen am Stemweder Berg auf jeden Fall in den Top Drei bleiben. Allerdings sind wir von der Leistung her eingeschränkt und auch auf der Bremse nicht so stark. Regen würde uns helfen, aber wie immer muss man erst einmal durchkommen“, betont Heinmüller.
Schnelle Geraden und ein Rundkurs mit Überholmanövern
An der ADAC Rallye Stemweder Berg nehmen 49 Teams teil – knapp 145 Wertungskilometer müssen absolviert werden. Der Start erfolgt am Freitag, 25. September, um 17:01 Uhr auf dem Marktplatz in Lübbecke. Vor den Fahrern liegen vier Wertungsprüfungen rund um Varl und Preußisch Ströhen mit einer Gesamtlänge von 50 Kilometern.
Der abschließende Samstag mit zehn WPs beginnt um 8:01 Uhr. Ein Zuschauermagnet ist in diesem Jahr erneut der sechs Kilometer lange Rundkurs auf dem Werksgelände der Firma Fahrzeugbau Wiese und dem Außenbereich, den die Rallye-Boliden gleich mehrfach passieren. Highlight ist der zweite Durchgang um 18:02 Uhr: Je vier Fahrzeuge gehen beim Gruppenstart fast gleichzeitig auf die Piste – harte Duelle und Überholmanöver sind vorprogrammiert. Um 19 Uhr werden die drei besten Teams jeder Klasse auf dem Marktplatz in Lübbecke vor den Fans mit den Siegerpokalen geehrt.
Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport










