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Die Garagenschätze führen uns heute zum Red Bull Ring zu Georg Hallau. In Box Nummer 2 warten gleich zwei außergewöhnliche Rennwagen auf uns: ein March IMSA aus den 1980er-Jahren und ein LMP1-Sportprototyp aus dem Jahr 2003.
Im Mittelpunkt steht zunächst Georgs March aus dem Jahr 1984. Ein waschechter amerikanischer IMSA-Rennwagen – und ein Fahrzeug mit einer ganz besonderen Geschichte.
Fans der Kultserie „Miami Vice“ könnten den March sogar schon einmal gesehen haben. Georg erzählt, dass das Auto in einem der Vorspänne zu sehen ist, in denen IMSA-Rennwagen durch Miami fahren. Sein March fährt dabei als erstes Fahrzeug durchs Bild.
Doch die Geschichte dieses Rennwagens reicht natürlich weit über seinen Fernsehauftritt hinaus.
Das March-Chassis stammt aus einer Zeit, in der diese Sportprototypen in der amerikanischen IMSA-Serie bei Langstreckenrennen eingesetzt wurden. Die Konstruktion wurde über mehrere Jahre weiterentwickelt und an Privatteams verkauft. Je nach Team kamen unterschiedliche Motorenkonzepte zum Einsatz.
In Georgs Fahrzeug arbeitet heute ein mächtiger Smallblock-V8 mit 5,9 Litern Hubraum.
Rund 600 PS treffen auf lediglich etwa 860 Kilogramm Fahrzeuggewicht.
Und der March klingt genauso spektakulär, wie diese Zahlen vermuten lassen.
Georg fand den Rennwagen in Österreich. Dort hatte das Auto bereits lange zum Verkauf gestanden. Rund 15 Jahre war der March zuvor nicht mehr richtig im Einsatz gewesen. Eine entsprechend umfangreiche technische Überarbeitung war notwendig.
Genau darin liegt jedoch Georgs Leidenschaft.
Über mehrere Jahre wurde der Rennwagen Schritt für Schritt wieder aufgebaut und weiterentwickelt. Mittlerweile wird er wieder regelmäßig auf der Rennstrecke bewegt.
Doch der March ist nicht das einzige Highlight in dieser Garagengeschichte.
Direkt daneben steht Georgs LMP1 aus dem Jahr 2003. Für den Einsatz am Red Bull Ring hat er sich dafür einen Fahrer mit enormer Sportwagen-Erfahrung geholt: Marco Werner.
Georg und Marco kennen sich bereits aus gemeinsamen LMP2-Zeiten. Ein Telefonat genügte schließlich für die Idee, den älteren LMP1 gegen deutlich modernere Fahrzeuge antreten zu lassen.
Marco Werner setzte sich erstmals in das Auto und war auf Anhieb schnell unterwegs.
Für den Antrieb sorgt ein 5,0-Liter-Judd-V10 – für Georg eines der besten Triebwerke, die in dieser Epoche für Sportprototypen erhältlich waren.
Der V10 sorgt nicht nur für beeindruckende Fahrleistungen und einen unverwechselbaren Sound. Er zeigt auch, wie anspruchsvoll historische Prototypen technisch sein können.
Schon kleinste Probleme in der Elektronik können Konsequenzen haben. Beim Red Bull Ring Classics musste das Team beispielsweise einen Fehler an einer Steckverbindung suchen. Bereits minimale Spannungsschwankungen reichten aus, damit die Elektronik aus Sicherheitsgründen eingriff.
Trotzdem zeigte Marco Werner, welches Potenzial noch immer in diesem LMP1 steckt. Im starken Feld konnte er sich weit vorne platzieren.
Und Georg Hallau hat noch lange nicht genug.
In seiner Sammlung warten weitere Sportprototypen und Can-Am-Rennwagen. Für die kommende Saison plant er unter anderem den Einsatz einer Lola mit 5,0-Liter-Judd-V10 aus dem Jahr 2012. Auch Starts bei internationalen historischen Veranstaltungen und ein möglicher Einsatz in Daytona stehen auf seiner Wunschliste.
Genau dafür lebt Georg seine Leidenschaft: historische Rennwagen nicht einfach in einer Sammlung abzustellen, sondern sie technisch fit zu halten und wieder auf die Rennstrecke zu bringen.
Vom 600 PS starken March IMSA aus dem Jahr 1984 bis zum Judd-V10-LMP1 von 2003 – diese Garagengeschichte zeigt zwei faszinierende Generationen des internationalen Sportwagen-Rennsports.
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