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Die Garagenschätze führen uns heute zum Eifel Rallye Festival 2026. Dort präsentiert die Audi Tradition ein außergewöhnliches Fahrzeug, das selbst viele Audi-Fans noch nie gesehen haben: den Audi Gruppe-S-Prototyp.
Die Gruppe S war als Nachfolgerin der legendären Gruppe B vorgesehen. Audi entwickelte dafür ein völlig neues Rallyefahrzeug mit Mittelmotor, Allradantrieb und einer geplanten Leistung von rund 700 PS. Über den Prototypenstatus kam das Projekt jedoch nicht hinaus. Nach dem Ende der Gruppe B wurde auch das Gruppe-S-Reglement nicht mehr umgesetzt.
Optisch erinnert das Fahrzeug eher an einen extremen Rundstrecken-Rennwagen. Die flache Silhouette, die breiten Kotflügel und die großen Spoiler unterscheiden sich deutlich von den damaligen Audi-Rallyefahrzeugen mit Frontmotor. Der Prototyp war dennoch ausdrücklich für den Rallyesport konzipiert.
Durch den Mittelmotor sollte eine bessere Gewichtsverteilung erreicht werden. Während Audi beim quattro A2 und Sport quattro S1 noch auf den Frontmotor setzte, hätte das neue Konzept ein wesentlich agileres und ausgewogeneres Fahrverhalten ermöglicht. Walter Röhrl soll den Prototypen bereits getestet und dessen Fahreigenschaften positiv beurteilt haben.
Im Fahrzeug arbeitet ein 2,1-Liter-Fünfzylinder-Turbomotor mit Aluminiumblock. Das Aggregat basiert auf der Technik des Audi Sport quattro S1 und leistet in der heutigen Konfiguration rund 360 PS. Für den geplanten Wettbewerbseinsatz war eine Leistung von etwa 700 PS vorgesehen.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein Sechsganggetriebe mit Transaxle-System. Vom zentral angeordneten Antrieb führen Wellen sowohl zur Vorder- als auch zur Hinterachse. Damit verfügt der Prototyp über den für Audi charakteristischen quattro-Allradantrieb.
Das Chassis besteht aus einem Gitterrohrrahmen. Die komplette Karosserie wurde aus Kevlar gefertigt, um das Gewicht möglichst gering zu halten. In der aktuellen Ausführung wiegt das Fahrzeug rund 1.000 Kilogramm. Bei einer weiteren Entwicklung für den Wettbewerb hätte das Gewicht möglicherweise noch reduziert werden können.
Der Audi Gruppe S wurde unter großer Geheimhaltung in der technischen Entwicklung aufgebaut. Deshalb existieren bis heute nur wenige Informationen und Aufzeichnungen über das Projekt. Laut Audi Tradition gab es ursprünglich zwei Fahrzeuge. Einer der Prototypen wurde später zerstört, wodurch das ausgestellte Fahrzeug heute als einzig erhaltenes Exemplar gilt.
Ob die ungewöhnliche Karosserieform tatsächlich bis zum Rallyeeinsatz unverändert geblieben wäre, lässt sich nicht mehr beantworten. Der vorgestellte Audi zeigt den Entwicklungsstand eines frühen Prototyps. Bei weiteren Tests wären Aerodynamik, Fahrwerk, Leistung und Karosserie vermutlich noch umfangreich überarbeitet worden.
Der Audi Gruppe S bleibt damit eines der faszinierendsten „Was wäre, wenn?“-Fahrzeuge der Rallyegeschichte: ein leichter Mittelmotor-Allradler mit Fünfzylinder-Turbo, der die erfolgreichen Gruppe-B-Fahrzeuge von Audi ablösen sollte.
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