Bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburg ging die 2026 neu gegründete Deutsche Histroische Langstreckenmeisterschaft (DHLM) zu ihrem zweiten Lauf an den Start. In unterschiedlichen Klassen, verteilt auf drei Startgruppen wurde das Feld zu dem dreistündigen Lauf bei trockenen Bedingungen und Sonnenschein auf die Reise geschickt. Nach einer verregneten Qualifikation führte der BMW M3 #46 von Michael Tischner und Heiko Tögnes das Feld auf der Pole Position an.
Gleich am Start war es mit der Freude über die Führung bei den Überraschungs-Pole-Settern vorbei, denn sie wurden von den PS-starken Porsches überholt und nach hinten durchgereicht. Mit dem Porsche #911 konnten sich die Griesemann-Brüder, gleich etwas absetzen, die von manch einem als Favoriten gehandelt wurden. Auf den Positionen dahinter folgten die Porsche-Markenkollegen #487 und #511 sowie dem Mercedes 190E Evo #516, mit dem Ralf Schall auf Tuchfühlung bleiben konnten.
Nach der ersten Runde hatten sich an der Spitze des Feldes schon einige Grüppchen gebildet. Heiko Hammel (#487) lag kurzzeitig vor dem Griesemann-Porsche #911 gefolgt von der Oliver Boyke #511. Das Duell an der Spitze wurde immer hitziger. Während Hammel im Porsche 964 Cup #487 seine Vorteile auf den Geraden ausspielte, schloss Björn Griesemann in seinem Porsche 911 RSR dank der besseren Aerodynamik in den kurvigen Teilen der Strecke immer wieder auf. Dicht dahinter lauerte der Porsche 911 RSR IMSA #511 auf Fehler der beiden Führenden. Zu Beginn der vierten Runde rückte dann der Porsche RSR IMSA #501 mit Michael Funke am Steuer in den Fokus der Aufmerksamkeit. Gestartet von Platz 60 als letzter der Startgruppe eins überquerte er Start-Ziel als Gesamtführender vor #911 und #487.
Leider musste in der Runde vier Volker Strycek seinen Opel Manta B #561 mit Problemen an der Kardanwelle abstellen.
Nach der ersten Stunde führe Funke (#501) mit knapp 30 Sekunden vor dem Griesemann-Porsche #911. Mit 13 Sekunden Abstand folgten Hammel (#487) sowie Boyke (#511). Bester Nicht-Porsche zu diesem Zeitpunkt: Schall (#516) mit 1:46 Min. Rückstand auf die Spitze.
Eifelwetter sorgte für Spannung
Zu Ende der Runde 6 kam die #501 als erstes Fahrzeug aus der Spitzengruppe zum obligatorischen Boxenstopp. Fast zeitgleich sah man das die Fahrzeuge im Bereich Flugplatz / Aremberg schon wieder die Scheibenwischer einschalteten. Der Regen breitete sich langsam auch auf die GP-Strecke, Hatzenbach und Hohenrain aus, was zu Drehern bei einigen Teilnehmern führte. Während die Führenden sich entschieden, ihren Stint auf Slicks weiter zu fahren, kamen die Verfolger #487 und #516 zum Reifenwechsel an die Box. Erst Ende der achten Runde liefen die Spitzenreiter schließlich die Boxenmannschaft an, und Björn Griesemann übergab an seinen Bruder Georg. Eine Runde später gesellte sich zum Regen im Bereich Hatzenbach und GP-Strecke auch noch Hagel dazu. In diesen widrigen Bedingungen spielte Ralf Schall in seinem Mercedes Benz 190E Evo #516 seine Vorteile aus und schob sich bis auf Gesamtrang zwei nach vorne.
Zu Beginn der letzten Stunde liefen alle Top-10-Fahrzeuge noch einmal die Box an. Durch die Wetterkapriolen und die richtig Boxenstrategie lag Ralf Schall mit seinem Mercedes #516 in Führung vor Griesemann #911 und Rudolph #487. Nachdem sich Ralf Schall an der Spitze knapp eine Minute Vorsprung herausgefahren hatte, kam er 40 Minuten vor Ende zum finalen Stopp an die Box und kam auf Position zwei liegend zurück auf die Strecke. Mit nur noch 25 Minuten auf der Uhr lagen schließlich die Griesemann-Brüder (#911) eine knappe Minute vor Schall (#516), auf den Hammel (#487) als Gesamtdritter ebenfalls rund 30 Sekunden Abstand hatte. Im Schlusssprint versucht Schall zwar noch, sich an die Führenden heranzuarbeiten, konnte aber nur wenig vom Vorsprung abknabbern. Spannend dagegen wurde es im Kampf um Platz drei, nachdem sich Hammel rund zehn Minuten vor Schluss in der Sabine-Schmitz-Kurve drehte. Doch für den Porsche #511 reichte es nicht. Auch für die Spitzenreiter schien es noch einmal eng zu werden, denn in der letzten Runde war deutlich zu sehen, dass die Reifen des Porsche #911 doch stark abgenutzt waren. Georg Griesemann hatte alle Hände voll zu tun, das Auto auf der Strecke zu halten und kühlte die Regenreifen in den noch verbliebenen nassen Stellen auf der Strecke erfolgreich.
So konnten Björn und Georg Griesemann mit ihren eFuel-betriebenen Porsche 911 RSR den ersten Sieg nach vier Ausfällen in Folge einfahren. Ralf Schall #516 holte sich den zweiten Platz und die #487 mit Jürgen Rudolph und Heiko Hammel komplettierten das Podium.
Stimmen im Ziel
Georg Griesemann #911: „Nach unserer Pechsträhne hat es jetzt endlich mit dem Sieg geklappt. Wir haben versucht uns bei den wechselhaften Bedingungen alle taktischen Möglichkeiten offen zu halten. Als dann der Platzregen kam hat Björn gefunkt, dass es mit den Slicks überhaupt nicht mehr geht. Das war dann der Call auf Regenreifen zu wechseln. Da dann aber kein weiterer Regen aufzog, wie wir gehofft hatten, wurde die Fahrt in den letzten zwei, drei Runden zum Eiertanz. Natürlich willst du das Auto auch nicht in der letzten Runde wegwerfen, gerade wenn du in Führung liegst. Umso mehr fühlt sich dieser Sieg echt großartig an.“
Ralf Schall #516: „Am Anfang war es etwas langweilig für mich, da ich im Trockenen einfach nicht mithalten konnte. Aber dann kam der Regen und unsere Konstanz und Taktik kam zum Tragen. Ab der Hälfte hatte ich dann keine Kupplung mehr, aber irgendwie habe ich das Auto doch noch ins Ziel gebracht. Ich möchte den Podiumsplatz meinem kürzlich verstorbenen Vater und meiner Tochter Janina Schall widmen. Ihr Unfall gestern war absolut nicht ihre Schuld und wäre mir genauso passiert. Sie fährt jetzt schon besser als ich und wird auf jeden Fall in Zukunft noch zeigen was sie kann.“
Heiko Hammel #487: „Die erste Runde gehört uns – da lief es in den letzten Jahren schon sehr gut für uns. Auf Dauer macht sich dann das höhere Gewicht und das schmalere Heck unseres Porsche 964 leider dann doch bemerkbar. Es hat gerade am Anfang super Spaß gemacht, mit Oliver Boyke und Björn Griesemann zu kämpfen und ich bin super happy das wir den dritten Platz eingefahren haben.“
Text- und Bildquelle: ADAC Nordrhein Sportpresse










