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Die Garagenschätze führen uns heute nach Neuffen zum Bergpreis Schwäbische Alb und zu Martin und seinem außergewöhnlichen Ford Escort Mk2 Gruppe 5. Hinter diesem Rennwagen steckt eine ganz besondere Geschichte: Rund zehn Jahre haben Martin und sein Bruder daran gearbeitet, aus einer weitgehend nackten Rohkarosserie einen möglichst authentischen historischen Rennwagen entstehen zu lassen. Die benötigten Teile kamen dabei aus der ganzen Welt. Radträger wurden unter anderem in Neuseeland gefunden, die Verbreiterungen kamen aus den USA, weitere Komponenten aus Südafrika und auch Bilstein unterstützte das Projekt. Ursprünglich war sogar ein Sierra-Turbomotor vorgesehen. Doch als der Escort noch ohne Motor auf einer Messe präsentiert wurde und dort auf große Begeisterung stieß, fiel die Entscheidung: Wenn schon, dann sollte auch die Technik möglichst authentisch werden. Dafür verkauften die Brüder sogar andere eigene Ford-Projekte.
Heute arbeitet im Escort ein frisch überholter 2,0-Liter-Einspritzmotor mit Lucas-Einspritzung. Auf dem Prüfstand wurden nach der Überholung rund 265 PS gemessen. Motor und Getriebe waren ein wesentlicher Teil des aufwendigen Projekts – und genau diese Technik macht den historischen Escort heute zu einem besonderen Erlebnis. Martin beschreibt den Motor mit einem Augenzwinkern sehr einfach: Am liebsten möchte er Vollgas. Auch die historische Vorlage des Fahrzeugs reicht weit zurück. Martin erzählt von einem Escort aus dem Jahr 1976, der zunächst von Werner Schommers eingesetzt wurde und später in das Umfeld von Zakspeed gelangte. Dort wurden in dieser Epoche auch Turbo-Konzepte im Escort erprobt, bevor Ford und Zakspeed ihren Fokus zunehmend auf den Capri verlagerten.
Martin und sein Bruder möchten ihren Escort heute vor allem bei Veranstaltungen wie dem Bergpreis-Revival in Neuffen zeigen und bewegen. Ein regulärer historischer Rundstreckeneinsatz ist aufgrund der notwendigen Zertifizierungen und hohen laufenden Kosten kaum noch wirtschaftlich. Auch bei Trackdays bleibt bei einem über Jahre aufgebauten Einzelstück immer das Risiko eines Unfalls. Umso schöner sind Veranstaltungen, bei denen solche Rennwagen nicht nur in einer Garage oder einem Museum stehen, sondern wieder in Aktion erlebt werden können. Zehn Jahre Aufbau, eine weltweite Suche nach den richtigen Teilen und jede Menge Leidenschaft: Dieser Ford Escort zeigt, wie viel Arbeit hinter einem historischen Rennwagen stecken kann.
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