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Die Garagenschätze führen uns heute nach Neuffen zu Werner und einem ganz besonderen Stück Ford-Motorsportgeschichte: einem originalen Zakspeed Ford Escort RS 1800 Gruppe 2. Das Fahrzeug entspricht der Gruppe-2-Homologation ab 1977 und besitzt zahlreiche typische Zakspeed-Details wie die Zentralverschlüsse. Ursprünglich trug der Escort nicht seine heutige Lackierung, sondern war laut Werner schwarz-rot. Vor seinem Kauf im Jahr 2002 verbrachte der Rennwagen rund zehn Jahre in Portugal, davor wurde er in der DRM eingesetzt. Wer genau damals am Steuer saß, konnte bislang allerdings nicht zweifelsfrei rekonstruiert werden. Werner nutzt den Escort heute vor allem für historische Veranstaltungen und Demonstrationsfahrten. Zwischen 2013 und 2015 setzte er ihn auch selbst bei Bergrennen ein.
Das technische Herzstück ist ein 1,8-Liter-Vierzylinder-Alumotor mit 1.840 cm³, Lucas-Renneinspritzung und rund 240 PS. Werner baut und revidiert seine Motoren selbst. Der 1,8-Liter dreht dabei fast bis 10.000 U/min und begeistert ihn besonders mit seinem charakteristischen Ansauggeräusch. Die mechanische Lucas-Hochdruckeinspritzung arbeitet laut Werner mit 9,5 bar Systemdruck. Zum Start unterstützt eine elektrische Pumpe, anschließend übernimmt die mechanisch angetriebene Hochdruckpumpe. Hinzu kommen Bosch-HKZ-Zündung und Trockensumpfschmierung. Das Öl kann Werner bereits vor dem Start elektrisch vorwärmen. Der Alumotor ist nach seinen Angaben etwa 14 Kilogramm leichter als die entsprechende Ausführung mit Gussblock. Wegen der hohen Drehzahlen öffnet Werner das Aggregat nach etwa 25 bis 30 Betriebsstunden zur Revision – bevor ein Motorschaden richtig teuer werden kann.
Auch bei Fahrwerk und Bremsen steckt klassische Zakspeed-Renntechnik im Escort. Vorne arbeitet die Bremsanlage mit Girling-Komponenten, hinten kommen Porsche-Bremssättel zum Einsatz, ergänzt durch eine Waagebalkenbremse. Viele Details erzählen noch heute von der damaligen Entwicklungsarbeit. Dazu gehören neben den Zentralverschlüssen sogar Anschlüsse zum Fremdstarten, weil die hoch verdichteten Rennmotoren mit der damaligen Startertechnik zusätzliche Unterstützung benötigten. Nicht alles ist heute noch unverändert: Der ursprüngliche große Tank wurde beispielsweise durch einen kleineren 20-Liter-Tank ersetzt. Werners Ziel ist trotzdem eindeutig: Die historische Technik nicht modernisieren, sondern möglichst erhalten. Für ihn hat Zakspeed diese Autos damals so konsequent entwickelt, dass es heute nichts grundsätzlich zu verbessern gibt. Ein originaler Gruppe-2-Escort, der nicht im Museum verschwindet, sondern weiterhin dort zu hören und zu erleben ist, wo seine Geschichte entstanden ist – im Motorsport.
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