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Die Garagenschätze führen uns heute nach Neuffen zu Anton Krinner und einem Rennwagen, den es kein zweites Mal gibt. Anton hat diesen zweisitzigen Sportprototypen selbst aufgebaut. Die Idee dazu begleitet ihn schon seit seiner Zeit bei Toni Fischhaber, dem früheren Europabergmeister. Dort erlebte er unter anderem den Lotus 23 und verschiedene Läufe zur Berg-Europameisterschaft. Schon damals entstand sein Traum, irgendwann einen eigenen zweisitzigen Rennwagen zu bauen. Nach ersten Erfahrungen mit Formelrennwagen begann Anton 2011 mit der Umsetzung. Rund vier bis fünf Jahre dauerte es, bis sein Eigenbau erstmals rennfertig war. Doch damit war die Entwicklung längst nicht abgeschlossen: Da das Fahrzeug keine Straßenzulassung besitzt, wurden die ersten Bergrennen gleichzeitig zu Testfahrten. Anton probierte aus, baute um und entwickelte seine Konstruktion Schritt für Schritt weiter.
Optisch erinnert der Rennwagen stark an einen Brixner. Das hat einen guten Grund: Front- und Heckpartie stammen tatsächlich von Brixner, der Anton laut eigener Aussage sogar die Erlaubnis gab, seinen Eigenbau unter diesem Namen einzusetzen. Unter der Karosserie steckt allerdings Antons eigene Technik. Sein großer Wunsch war von Anfang an ein Rennwagen mit Porsche-Antrieb. Deshalb arbeitet im Heck ein 2,7-Liter-Porsche-Motor mit rund 200 PS, kombiniert mit einem Porsche-Fünfganggetriebe. Besonders beeindruckend ist das Gewicht: Ohne Fahrer bringt der Eigenbau nur etwa 580 Kilogramm auf die Waage. Der Motor ist bewusst nicht auf maximale Leistung ausgelegt und dreht Anton zufolge nur bis etwa 6.000 U/min. Dadurch besitzt er ein breites nutzbares Drehzahlband und verlangt nicht für jeden Berg nach einer neuen Getriebeabstimmung.
Mit seinen kleinen 13-Zoll-Rädern ist der Rennwagen relativ kurz übersetzt. Anton startet deshalb sogar im zweiten Gang. Die theoretische Höchstgeschwindigkeit liegt nach seiner Einschätzung bei etwa 200 bis 220 km/h, am Berg werden jedoch meist kaum mehr als 160 bis 170 km/h benötigt. Für Anton geht es ohnehin nicht um Meisterschaften oder die letzte Zehntelsekunde. Entscheidend ist für ihn, dass etwas funktioniert, das er selbst konstruiert und gebaut hat – und wenn etwas nicht funktioniert, wird weiterentwickelt. Ohne Ingenieursteam, ohne große Entwicklungsabteilung und immer mit Blick auf bezahlbare Lösungen. Das Ergebnis ist ein außergewöhnlicher Sportprototyp mit Porsche-Sound, nur rund 580 Kilogramm Gewicht und einer Geschichte, die perfekt zu unseren Garagenschätzen passt.
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