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Internationale Spitzenklasse beim elektrischen Saisonstart

01.06.2026
in Rallye

16 ambitionierte Teams aus neun Nationen, ein hochperformantes neues Wettbewerbsfahrzeug, eine innovative, vollkommen nachhaltige Ladeinfrastruktur und spannende Kämpfe um jede Zehntelsekunde – der ADAC Opel GSE Rally Cup hat im Rahmen der ELE Rally in den Niederlanden ein gelungenes Debüt gefeiert. Nach elf anspruchsvollen Wertungsprüfungen rund um Eindhoven feierte der Deutsche Timo Schulz einen letztlich souveränen Sieg vor dem Franzosen Tom Dufour und dem Waliser Ioan Lloyd.

Für Schulz und seine Beifahrerin Maresa Lade war es der zweite Triumph binnen sechs Tagen: Am vorletzten Wochenende hatte der 26-jährige Saarländer für das ADAC Opel Rally Junior Team bereits den Auftakt zur Junior European Rally Championship in Schweden für sich entschieden: „An zwei aufeinander folgenden Wochenenden zu gewinnen, ist natürlich supercool“, freute sich der Elektro-Cup-Champion von 2022, der in vier Wertungsprüfungen Bestzeit fuhr. „Wir sind die Rallye an sich eher vorsichtig angegangen, haben aber schnell einen guten Rhythmus gefunden und uns im Auto sehr wohlgefühlt. Der Mokka GSE Rally macht mit seiner enormen Elektro-Power richtig Laune. Wir freuen uns auf die nächsten Rallyes.“

Auch wenn sich Schulz im Verlauf der Rallye ein kleines Polster aufbauen konnte, spürte er doch stets den Druck der Verfolger. So etwa seitens der französischen Besatzung Tom Dufour/Alex Dubois, die sich im Verlauf der Rallye stark steigerten und in der vorletzten Prüfung die Schnellsten waren: „Es war eine unglaubliche Rallye, die wir sehr genossen haben“, fasste Dufour zusammen. „Danke an Opel France, an Stellantis Motorsport und Jean-Luc Debove, die uns das ermöglichen. Wir konnten vor der Rallye nicht testen, also wussten wir nicht, was uns erwartet. Daher haben wir langsam begonnen, Schritt für Schritt Vertrauen ins Auto aufgebaut und so sukzessive Speed gefunden. Dass es auf Anhieb zum zweiten Platz gereicht hat, ist natürlich fantastisch.“

Als Dritte kletterten Ioan Lloyd und Sion Williams im Mokka GSE Rally von Vauxhall UK aufs Podest. Die Briten hatten am ersten Tag kontrolliert begonnen, legten am Samstag dann einige Kohlen nach und fuhren in WP11 erstmals Bestzeit. Am Ende hatten die Gäste von der Insel allerdings Glück, überhaupt das Ziel zu erreichen. Bei einem Kontakt mit einem hohen Randstein in WP13 wurde ein Traggelenk an der vorderen rechten Radaufhängung beschädigt. Mit Müh und Not rettete sich Lloyd durch die letzte Prüfung und war entsprechend glücklich: „Es ist fantastisch, Vauxhall hier auf Anhieb aufs Podium zu bringen. Das Niveau im ADAC Opel GSE Rally Cup ist extrem hoch, es geht unheimlich eng zu. Der Mokka GSE Rally ist eine ganz neue Erfahrung für uns. Es hat sich fast angefühlt, wie wieder zur Schule zu gehen – aber auf eine positive Art. Das Auto ist komplett anders als das, was wir bisher gewohnt waren, aber fantastisch zu fahren. Wir haben viel gelernt und können das hoffentlich bei den nächsten Rallyes umsetzen.“

Pech hatten dagegen die Italiener Valentino Ledda/Claudio Mele, die mit den Bestzeiten in WP2 und WP8 ihre Ambitionen auf einen Podestplatz deutlich gemacht hatten, am Samstagnachmittag aber mit technischen Problemen aufgeben mussten: „Das ist eben Rallyesport“, kommentierte Ledda. „Bis dahin war es sehr gut gelaufen. Der Mokka GSE Rally ist richtig schnell und macht viel Spaß. Wir haben uns im Cup auf Anhieb wohlgefühlt und freuen uns auf die weiteren Veranstaltungen.“ Ebenfalls zu den Pechvögeln des Saisonauftakts zählten der Einheimische Max van Empel und sein belgischer Beifahrer Eddy Smeets: Nach zwei WP-Bestzeiten auf Rang 2 liegend, zerstörte wie im Falle Lloyd ein hoher Randstein die Radaufhängung des Mokka GSE Rally so nachhaltig, dass van Empels Heimrallye in der vorletzten Wertungsprüfung ein jähes Ende fand.

Als Sechste feierten die jungen Deutschen Lars Stütz/Jana Schreiber einen glänzenden Einstand in den weltweit ersten elektrischen Rallye-Markenpokal: „Zum ersten Mal in einem Fronttriebler, zum ersten Mal im Elektroauto – alles war neu für uns. Wir haben viel gelernt, unsere Fehler, aber auch einiges richtig gemacht. Der Cup ist klasse, wir hatten viel Spaß“, kommentierte der Schwabe, den die Bestzeit des letztjährigen Vizemeisters Alex Español in der letzten WP indessen noch eine Position kostete.

Eine wunderbare Abschiedsvorstellung vom Rallyesport gelang Johannes Wittenbeck. Der Bayer hätte an der Seite von Max Kugler in der letzten WP um ein Haar seine erste Bestzeit im Elektro-Cup erzielt, wurde dann aber noch von Español abgefangen. Dennoch strahlte Wittenbeck im Ziel über beide Backen: „Die Bestzeit wäre die Krönung gewesen. Dennoch: Diese Veranstaltung im Mokka GSE Rally hat mir einen Riesenspaß gemacht. Und man soll ja bekanntlich aufhören, wenn es am schönsten ist.“

Schnellste Frau im hochkompetitiven Feld war die gesundheitlich arg angeschlagene Claire Schönborn. Die 26-Jährige aus dem Hunsrück, die an der Seite ihres Beifahrers Michael Wenzel auch die JERC im ADAC Opel Rally Junior Team bestreitet, bewältigte die Umstellung vom Corsa Rally4 auf den Mokka GSE Rally mit Bravour. Auf dem Weg zu einer Top-10-Platzierung unterlief der Pilotin allerdings ein Flüchtigkeitsfehler: In der vorletzten Wertungsprüfung fuhr sie versehentlich zu früh aus dem Rundkurs heraus, was ihr reglementbedingt einen Rückstand von fünf Minuten auf die Bestzeit eintrug. „Der Fehler ärgert mich extrem“, gestand Schönborn. „Bis dahin war es ein sehr gutes Wochenende. Wir haben viel gelernt, und die Umstellung vom Corsa Rally4 war gar nicht so groß. Der Mokka GSE Rally hat ein tolles Handling und macht richtig viel Spaß. Ich freue mich auf die weiteren Cup-Läufe.“

Opel-Motorsportchef Jörg Schrott zog ein positives Fazit aus dem elektrisierenden Saisonstart: „Mit dem ADAC Opel GSE Rally Cup habe wir ein neues Kapitel im elektrischen Rallyesport aufgeschlagen. Wir haben eine spannende Rallye gesehen, in der die Spitzengruppe von Prüfung zu Prüfung neu durchmischt war. Der Mokka GSE Rally hat eindrucksvoll bewiesen, welch starke Performance in ihm steckt. Wir waren in jeder Wertungsprüfung klar schneller als das beste Rally4-Fahrzeug. Gleichzeitig haben wir übers Wochenende enorm viel über das Autos und unsere neue Ladeinfrastruktur gelernt. Wir konnten die Reichweite unserer Fahrzeuge durch unser Remote Charging zwischen den Wertungsprüfungen deutlich steigern. Nun gilt es einiges im Detail zu optimieren, und damit haben wir unmittelbar nach der Zieldurchfahrt begonnen. Denn die nächste Rallye steht bereits vor der Tür.“

Der zweite Lauf zum ADAC Opel GSE Rally Cup findet am übernächsten Wochenende (13./14. Juni) im Rahmen der Rallye Vosges Grand-Est rund um Gérardmer unweit der deutschen Grenze statt.

Resultate OpelELEctric Rally Eindhoven/NL
1. Timo Schulz/Maresa Lade (D) 1:20:12,2 h
2. Tom Dufour/Alex Dubois (F) +31,8 sec
3. Ioan Lloyd/Sion Williams (GB) +46,3 sec
4. Fabian Kamermans/Stefan Müller (NL) + 1:12,4 min
5. Alex Español/Enrique Velasco (E), +1:22,1 min
6. Lars Stütz/Jana Schreiber (D), +1:25,8 min
7. Johannes Wittenbeck/Maximilian Kugler (D), +2:03,2 min
8. Dante Johansson/Theo Bergsten (S), 2:31,4 min
9. Thyrsa Eertmans/Els Ons (B), 4:12,9 min
10. Luka Wlömer/Philipp Schmidt (D), 5:25,3 min

Punktestand ADAC Opel GSE Rally Cup (nach 1 von 7 Läufen)
1. Schulz 35 Punkte. 2. Dufour 28. 3. Lloyd 26. 4. Kamermans 21. 5. Español 16. 6. Stütz 14. 7. Wittenbeck 12. 8. Johansson 11. 9. Eertmans 8. 10. Wlömer 6. 11. Luif 5. 12. Schönborn 4.

Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport

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