Bei wechselhaftem Wetter mit einem Mix aus sommerlicher Sonne und herbstlichem Regen zeigten die Teilnehmer des ADAC Racing Weekend auf dem Salzburgring in allen Rennserien tollen Motorsport. Im ADAC Tourenwagen Junior Cup freute sich Moritz Groneck (VW up! GTI) über zwei Erfolge. Im ADAC GT Masters waren Tim Zimmermann / Leyton Fourie (beide BMW M4 GT3 Evo) in Lauf eins nicht zu bezwingen, im zweiten Durchgang landeten Finn Zulauf / Felix Hirsiger (beide Lamborghini Huracán GT3 Evo 2) ganz vorne. Bei den Tourenwagen Legenden wurde einmal Marcus Weege (BMW M3 E46) und einmal Thomas Ardelt (Porsche 997 GT3 Cup) als Erste abgewinkt. Und bei den drei Gleichmäßigkeitsprüfungen der VFV GLPpro bekamen Max Lixl (BMW 328i), Scott Kleijsen (Mercedes Benz 190) und Michael Diewald (Caldwell D9 Formel Ford) die größten Pokale überreicht.
ADAC Tourenwagen Junior Cup: Groneck zweimal vor Mohr
Groneck feierte im ersten Lauf des ADAC Tourenwagen Junior Cup, in dem alle Piloten einen identischen VW up! GTI steuern, seinen vierten Saisonsieg. Am Start setzte er sich vor Alex Mohr in Führung. Eine kurze Safety-Car-Phase zu Rennbeginn konnte die Reihung an der Spitze nicht ändern und auch im Ziel hatte Groneck noch den ersten Platz in seinen Händen. Hinter Mohr eroberte Finn Niklas Wollnik Rang drei, den er sich mit einigen Überholmanövern sicherte.
Heat zwei begann mit einem Überschlag von Wollnik, der unverletzt blieb. Beim Neustart behielt Groneck die erste Stelle vor Mohr, Hannes Ueberfeldt und Lennard Zerbe. Im Spitzenquartett gab es einige Positionswechsel, bis Groneck sich kurz vor Rennende drehte und die nachfolgenden Ueberfeldt, Zerbe und Mika Delkus ihm durchs Kiesbett ausweichen mussten. Zunächst kam das Safety Car auf die Strecke, dann wurde der Lauf mit der roten Flagge abgebrochen. Groneck wurde so als Sieger vor Mohr und Ueberfeldt gewertet.
Robin Böhm: Vom Slalom in den ADAC Tourenwagen Junior Cup
Es gibt viele Wege in den ADAC Tourenwagen Junior Cup; Robin Böhm zum Beispiel kam aus dem Slalomsport. Der 16-Jährige feierte dabei Erfolge im Kart- und Automobilslalom, unter anderem war er 2022 deutscher Kartslalom-Meister. Vor einem Jahr stieg er in den Automobilslalom um, um in dieser Saison den Sprung in den Rundstrecken-Sport zu wagen. „Stand jetzt habe ich es nicht bereut, aus dem Slalomsport in den ADAC Tourenwagen Junior Cup gekommen zu sein“, so Böhm, dessen bestes Ergebnis in dieser Saison drei sechste Plätze waren. Er sieht sogar Vorteile seines Werdegangs: „Im Slalomsport muss man Dinge schnell umsetzen, denn man hat nicht viele Chancen. Ich denke, das ist auch jetzt eine meiner Stärken.“ Neu war für ihn, dass er nun auch Gegner auf der Strecke hat. „Es war anfangs sicher eine Herausforderung, für die ich viel im Simulator trainiert habe. Und ich habe alle Testtage mitgenommen, die am Donnerstag vor den Rennwochenenden möglich waren – teils auch mit vielen weiteren Autos auf der Strecke. So und mit der Unterstützung meines Driver-Coaches konnte ich diese Herausforderung gut meistern und mich schnell an die neue Situation gewöhnen.“
Zimmermann und Fourie mit Triumph neue Tabellenführer
Im ersten Lauf des ADAC GT Masters gewannen Zimmermann / Fourie, obwohl sie nur vom siebten Startplatz ins Rennen gingen. Sie absolvierten den langen von zwei Boxenstopps zuerst, mussten beim zweiten Halt dann etwas kürzer stoppen. Die drei vor dem zweiten Stopp vorne liegenden Duos Leo Pichler / Colin Bönighausen (beide Porsche 911 GT3 R), Kiano Blum / Niklas Kalus und Fabian Dybionka / Emil Gjerdrum (alle Ford Mustang GT3) wählten die längere Standzeit für ihren zweiten Boxenbesuch, was Zimmermann und Fourie letztendlich ganz an die Spitze spülte. Gjerdrum und GT-Masters-Debütant Dybionka sahen die Zielflagge knapp hinter den Siegern als Zweite, Blum / Kalus als Dritte.
Zulauf und Hirsiger, die als Tabellenführer nach Salzburg kamen, konnten dann im zweiten Rennen glänzen. Von der letzten Startposition arbeiteten sie sich Stück für Stück nach vorne und wurden nach dem zweiten Boxenbesuch auf Platz eins notiert. Bönighausen versuchte im letzten Stint zwar noch, Hirsiger unter Druck zu setzen, doch er und sein Partner Pichler mussten sich letztendlich mit Rang zwei zufriedengeben. Die letzte Stufe auf dem Podium bestiegen Jamie Alan Day und Baudouin Detout (beide Aston Martin Vantage GT3 Evo).
Tourenwagen Legenden mit unterschiedlichen Rennbedingungen
Kurz vor dem Start zum ersten Lauf des Tourenwagen Legenden setzte Regen ein. Fast alle Teilnehmer wechselten auf Regenreifen, Pole-Mann Altfrid Heger (Audi Quattro Gr. 4) blieb jedoch auf Slicks. Sofort verlor er seine Führung auf nassem Asphalt an Weege und auch Ardelt und Thomas Weberhofer (Nitec Opel Omega V8 STAR) zog am ehemaligen DTM-Piloten vorbei. Weege, Ardelt und Weberhofer trugen ihre Positionen letztendlich sicher nach Hause, während Heger noch auf Platz sechs zurückfiel.
Im zweiten Durchgang angelte sich Ardelt die Spitze, bevor in der zweiten Runde das Safety Car ausrückte. Wenig später erfolgte der Restart und Ardelt blieb ganz vorne; dicht gefolgt von Marcel Hoppe (Porsche 997 GT3 Cup 1). Christoph Gürtler (BMW M3 E30) hingegen konnte den Speed des Top-Duos nicht mitgehen, fuhr aber auf einem ungefährdeten dritten Rang. Vorne erarbeitete Ardelt sich gegen Ende vor allem bei Überrundungen noch einen Vorsprung und erreichte die Ziellinie gut vier Sekunden vor Hoppe.
VFV GLPpro: der Plan, möglichst gleichmäßige Runden zu fahren
Die VFV GLPpro führte in Österreich drei Gleichmäßigkeitsprüfungen durch, zwei für Tourenwagen und GT und eine für Formel- und Sportwagen. In der ersten Gruppe der Tourenwagen und GT setzte sich Max Lixl durch, ihm folgten im Klassement Christian Hausner (Opel C-Kadett) und Markus Lixl (BMW 325i). In der zweiten Gruppe der Tourenwagen und GT-Renner gelang Kleijsen die gleichmäßigste Fahrt vor Maic Germann (BMW E30 327i) und Sofie Bayer (Austin Mini Cooper S). Und der beste Teilnehmer mit einem Formel- oder Sportwagen war Diewald vor Felix Hrach (Lotus 61) und Wolfgang Görlitz (Volkswagen Dallara).
Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport










