Das Motorsport Team Germany hat sich auf die Fahnen geschrieben, deutsche Talente im Motorsport zu fördern. Bei den ADAC RAVENOL 24h Nürburgring ist mit Hugo Schwarze einer der unterstützen Youngster am Start und strebt den Klassensieg an.
„Die finanzielle Unterstützung ist natürlich wichtig, aber fast noch wichtiger sind die Kontakte zu diversen Herstellern, die das Motorsport Team Germany bietet“, so der 19-jährige Schwarze. „Ich habe so die Chance bekommen, mich in Simulatoren von Porsche, BMW, Toyota und Audi zu zeigen. So bin ich letztendlich auch als Entwicklungsfahrer bei Toyota gelandet, was für mich und meine Karriere sehr viel wert ist.“
Schwarze fährt in diesem Jahr in der LMP3-Klasse der European Le Mans Series (ELMS), nachdem er im Vorjahr die LMP3-Wertung des Michelin Le Mans Cup gewinnen konnte. Als Toyota ihn fragte, ob er im Toyota GR Supra GT4 Evo 2 #90 bei den 24h antreten wolle, sagte er nicht „nein“. „Schon als Fünfjähriger bin ich als Zuschauer an der Nordschleife gewesen, deshalb ist mein erstes Rennen hier für mich ein ganz Besonderes.“ Sein Ziel bei seiner Premiere mit einem GT-Renner ist klar: „Ich möchte die Klasse gewinnen.“
Gebündelte Kräfte für den Nachwuchs
Schwarze ist nicht der einzige Förderkandidat im Motorsport Team Germany, insgesamt sind aktuell 29 Kandidaten gelistet. „Wir nehmen jedes Jahr maximal fünf Autorennfahrer und maximal fünf Zweiradsportler auf“, erklärt Wolfgang Schattling, der für die Kommunikation des Motorsport Team Germany zuständig ist. Das Team wurde vor rund drei Jahren gegründet, um die Unterstützung für die Nachwuchssportler zu bündeln. „Früher hat jeder sein Süppchen gekocht, heute arbeiten wir zielgerichtet zusammen.“ Dabei schaut man nicht nur auf die Spitze, sondern auch auf die einzelnen Stufen auf dem Weg zum Gipfel. „Uns war zum Beispiel wichtig, Deutschland im internationalen Kartsport auf die Landkarte zu bringen. Aktuell können drei unser sechs Kartpiloten in verschiedenen italienischen Meisterschaften, dem Nonplusultra des Kartsports, um die Top-5-Plätze kämpfen.“ Stolz ist man auch auf Devin Titz, der vor kurzem ins Mercedes-AMG F1 Junior Team aufgenommen wurde. „Es ist schön, dass wir für solche Talente wie den 11-jährigen Devin diesen Schritt letzendlich festzurren konnten“, so Schattling, der auch weiß: „Wir können Türen öffnen, aber durchgehen müssen die Nachwuchspiloten natürlich selbst.“
Um möglichst viele Türen zu öffnen, erhält das Motorsport Team Germany Support von einem Hersteller-Pool, zu dem Audi, BMW, Mercedes, Porsche und Toyota gehören. Ein wichtiges Instrument zur Talententwicklung ist dabei der Simulator. „Die Förderkandidaten fahren teilweise stundenlang in Simulatoren, die heute sehr nah an der Realität sind. Sie müssen auch Feedback geben und werden ihrerseits bewertet. Wenn sie sich im Simulator gut anstellen, dann besteht eine realistische Hoffnung, dass sie auch in der Realität gute Rennfahrer sind oder werden.“ Außerdem bietet das Motorsport Team Germany Tipps und Hilfe zu Themen wie Sportmedizin, Ernährung, Trainingsgestaltung, Sponsorenaquise, Mental- und Medientraining an. „Wir ermöglichen eine 360-Grad-Förderung, denn wir möchten die Talente so gut es geht auf eine Profikarriere im Motorsport vorbereiten“, so Schattling.
Text- und Bildquelle: ADAC Nordrhein Sportpresse










