Traditionell setzte der Adenauer Racing Day am Mittwochnachmittag den Auftakt für das fünftägige Motorsport-Festival, das es in dieser Form kein zweites Mal gibt. Adenau, die über 1.000 Jahre alte Johanniterstadt am Fuße des Nürburgrings, war mit ihren bunten Fahnen, den rot-weiß lackierten Randsteinen und den motorsportlich dekorierten Schaufenstern einmal mehr ein perfekter Gastgeber für die vielen PS-Jünger aus aller Welt, die trotz des anfänglichen Regens wieder zahlreich in die Stadt am Ring geströmt sind.
Dass bei der 54.Auflage des Langstrecken-Klassikers noch mehr Fans die Nürburgring-Nordschleife belagern als sonst hat einen Grund – und der heißt Max Verstappen! Denn überall dort, wo der viermalige F1-Weltmeister auftritt, zieht er die Massen in seinen Bann. Und wenn man als niederländischer Fan schon mal vor Ort ist liegt Adenau, und somit auch der Racing Day, nur einen Steinwurf entfernt. Der „Superstar“ selbst konnte persönlich nicht vor Ort sein, was seine Fans schon im Vorfeld bedauerten. Viele der erstmals nach Adenau gereisten Verstappen-Fans zeigten aber Verständnis und freuten sich über die einzigartige „Volksfest-Stimmung“ in der Stadt. „Um genügend Platz für die zusätzlichen Besucher aus den Niederlanden zu finden haben wir den Event-Bereich bis hinauf zum Edeka-Markt ausgedehnt“, erklärt Mitveranstalter Marko Dressel.
Pünktlich um 16:00 Uhr zog der Korso der exakt 40 Rennfahrzeuge verschiedener Klassen und Epochen wie ein langer nicht enden wollender Lindwurm durch die Hauptstraße in Richtung Innenstadt bis hin zur großen Show-Bühne auf dem Marktplatz, wo die beiden Moderatoren Olli Martini und Jan Schmitz schon auf die Teilnehmer warteten, um Fahrer und Teams einzeln vorzustellen. Angeführt wurde der Korso vom jetzt in rot und nicht mehr in gelb lackierten ROWE-BMW, der als Vorjahressieger mit der #1 ins Rennen geht. „Brutal wie viele Leute trotz des regnerischen Wetters hier nach Adenau gekommen sind“, war Kelvin von der Linde erstaunt. „Das zeigt einmal mehr die Leidenschaft der Nordschleifen-Fans, denen es egal ist, ob es regnet oder die Sonne scheint. Die Leute wollen einfach Rennautos sehen und die Leidenschaft hier spüren.“
Schon vor dem Adenauer Racing Day stand fest, welche beiden Fahrzeuge dieses Jahr beim Eifel-Marathon zu den absoluten Publikumslieblingen zählen werden. Beide Autos kommen aus der Klasse SP-X für Prototypen und heißen BMW M3 Touring 24h #81 und HWA EVO.R #62. Der BMW „Kombi“ entstand aus einem April-Scherz heraus, der vom Werk aufgegriffen und in die Tat umgesetzt wurde. „Es macht riesigen Spaß hier zu sein und unseren BMW-Touring den Fans zu präsentieren“, sagt Jens Klingmann. „Ich wundere mich – allerdings im positiven Sinne, wie viele Leute hier Spalier stehen – und das, obwohl es vor einer halben Stunde noch heftig geregnet hat. Das beweist einmal mehr: Der Motorsport lebt!
Dicht umlagert war auch der HWA EVO.R, der die Rennversion jenes HWA EVO darstellt, der beim letztjährigen Racing Day als Prototyp mit Klaus Ludwig am Steuer durch Adenau chauffiert wurde. Heute wird der Retro-Rennwagen im legendären 190E-Evo II Look der 1990er Jahre von seinem Sohn Luca pilotiert, der das Bad in der Menge sichtlich genießt und mit leuchtenden Augen erklärt: „Ich bin gerade mit unserem EVO.R hier durch das dichte Spalier gefahren und war begeistert. Das ganze Thema rund um dieses Auto ist für mich sowieso sehr emotional und ich bin unheimlich stolz Teil dieses Teams sein zu dürfen.“
Trotz des anfänglichen Regens und der eher herbstlichen Temperaturen unter zehn Grad herrschte nicht nur vor der Show-Bühne dichtes Gedränge, sondern auch im lückenlosen Spalier entlang der Hauptstraße und in der neuen, erstmals eingerichteten „Renn-Taxi-Meile“ am Zunftbrunnen. Dort präsentierten die Anbieter der Mitfahrgelegenheiten mehrere Stände mit Merchandising-Artikeln, sowie ihre unterschiedlichen Ring-Taxis. Im kleinen, aber feinen Gastro-Bereich mit ausreichend Sitzmöglichkeiten luden etliche Food- und Getränkestände zum gemütlichen Verweilen in geselliger Runde ein, denn kurz nach Beginn der Veranstaltung hörte der Regen zum Glück auf und die Sonne blitzte sogar zeitweise um die Ecke.
Der Fahrzeug-Korso hatte sich wie jedes Jahr pünktlich um 15:30 Uhr über die Nordschleife in Bewegung gesetzt, um dann ab der Ausfahrt Breitscheid unter Polizei-Geleit in langsamer Fahrt bis zur Show-Bühne zu rollen. Um pünktlich und reibungslos in die Innenstadt zu kommen gab es für die Besucher auch diesmal den kostenlosen Shuttle-Bus, der von 14:30 Uhr bis 19:00 Uhr alle halbe Stunde vom info°center an Start/Ziel nach Adenau und zurück im Einsatz war.
Text- und Bildquelle: ADAC Nordrhein Sportpresse










