Zwei Fahrer, zwei Punkte, ein Titel: Marijan Griebel und Philip Geipel kämpfen bei der Lausitz Rallye am 6. und 7. November Kopf an Kopf um den Titel in der Deutschen Rallye-Meisterschaft. Dramatische Titelentscheidungen sind für die beiden Rivalen nichts Neues: 2022 sicherte sich Geipel den Titel mit nur einem Zähler Vorsprung vor Griebel. Markenzeichen der Rallye sind die schnellen Schotterpisten und die besonders langen Wertungsprüfungen. Prominentester Teilnehmer ist der achtmalige Rallycross-Weltmeister Johan Kristoffersson, der gemeinsam mit Co-Pilot Dennis Zenz in einem Škoda Fabia RS Rally2 antritt. Insgesamt gehen 94 Teams in der Lausitz an den Start. Dort werden auch Läufe zur European Rally Trophy (ERT), zur FIA Junior ERT und zur FIA Master ERT ausgetragen.
Schotterschlacht bringt die Entscheidung
Mit seinem Sieg bei der ADAC Saarland-Pfalz Rallye hat sich Griebel gemeinsam mit Co-Pilotin Ella Kremer im Škoda Fabia RS Rally2 die Tabellenführung zurückgeholt. Doch der Vorsprung ist hauchdünn, und auf den anspruchsvollen Wertungsprüfungen kann noch alles passieren. „Diese Rallye ist sehr speziell. Ich bin seit sieben Jahren nicht mehr auf Schotter gefahren, aber Philip geht es genauso. Das Auto muss komplett umgebaut werden, und ich erwarte einen spannenden Zweikampf bis zum Schluss“, sagt Griebel. Seine Konkurrenten Geipel und Jennifer Lerch (Toyota GR Yaris Rally2) sehen dem finalen DRM-Lauf gelassen entgegen. Geipel trocken: „Wir sind optimal vorbereitet und gehen optimistisch in das DRM-Finale.“ Seine Markenkollegen Björn Satorius und Nico Otterbach wollen ihren dritten Platz in der Meisterschaft verteidigen. Ihre härtesten Verfolger sind Carsten Mohe und Andrea Lieber im Škoda Fabia RS Rally2. Auch Škoda-Pilot Dennis Rostek, der mit Stefan Kopczyk bereits die DRM Masters gewonnen hat, will beim Finale noch einmal angreifen: „Solange die theoretische Chance besteht, in der Deutschen Rallye-Meisterschaft noch Dritter zu werden, kämpfen wir um jede Sekunde“, kündigt Rostek an.
Team Weigert auf Titelkurs in der DRM3, Zweikampf in der DRM4
In der DRM3-Wertung haben Timo und Jasmin Weigert (Renault Clio Rally3) eine sehr gute Ausgangsposition. „Wir müssen nur durchkommen, dann holen wir den Titel“, so Weigert. Spannend ist die Ausgangslage in der DRM4. Tabellenführer Patrick Pusch und Tilmann Bößert (Opel Corsa Rally4) liegen mit zwölf Punkten Vorsprung vorn, doch auf Schotter ist dieses Punktepolster schnell dahin. „Ich kenne die Rallye in der Lausitz und habe den Vorteil, dass ich nicht unbedingt gewinnen muss. Allerdings wäre es gefährlich, nur taktisch zu fahren. Wir machen deshalb alles so wie immer“, erklärt Pusch. Die Tabellenzweiten Kilian Nierenz und Milena Raithel fiebern ihrem Einsatz im Opel Corsa Rally4 entgegen. Dazu Nierenz: „Ich bin noch nie eine Schotterrallye gefahren. In der Lausitz habe ich aber oft zugeschaut und davon geträumt, selbst einmal mitzufahren. Deshalb freue ich mich riesig darauf. Es wird sehr schwer, Puschi zu schlagen. Aber wir versuchen natürlich alles.“
Matthias Karlowski hat in der DRM Classic den Titel fest im Visier. Nach seinem Sieg vor knapp einer Woche im Saarland will er gemeinsam mit Co-Pilot Michael Wagner im Opel Ascona i2000 nachlegen und den Meistertitel einfahren. „Wir haben das Auto komplett an die Bedingungen in der Lausitz angepasst und müssen ins Ziel kommen. Aber das wird schwer, denn ich bin noch nie auf solchen Schotterstrecken gefahren. Der Titel in der DRM Classic wäre der krönende Saisonabschluss, nachdem wir bereits in Sanremo Vize-Europameister in der Kategorie 3 der FIA-Historic-Rallye-Europameisterschaft geworden sind.“
Auch bei den DRM Nationals zählt Karlowski zu den Sieganwärtern. In der Gesamtwertung könnte er sich zudem noch auf Rang drei verbessern. Den Titel in der Breitensportserie hat sich bereits das Team Philipp Heinmüller/Lukas Müller (Opel Astra) vor Thomas Schwaiger/Elke Irlacher (Opel Astra G OPC) gesichert.
Schotterspektakel über knapp 150 Wertungskilometer
Bei der Lausitz Rallye erwarten die 94 Teams auf dem ehemaligen Tagebaugelände rund um Boxberg acht anspruchsvolle Wertungsprüfungen, die fast ausschließlich auf Schotter ausgetragen werden. Präzises Fahren und ein exakter Aufschrieb sind die Grundvoraussetzungen, um auf den schwierigen Passagen schnell zu sein. Von Naturtribünen aus können die Zuschauer meterweite Sprünge über künstlich angelegte Kuppen oder spektakuläre Drifts der Rallye-Piloten hautnah verfolgen. Am Freitag um 15:38 Uhr starten die Teams vor der Gemeindeverwaltung Boxberg. Anschließend wird der Rundkurs Sprey zweimal gefahren. Sechs weitere Wertungsprüfungen stehen am Samstag auf dem Programm. Um 9:09 Uhr wird die Rallye mit der WP Mulkwitz 1 fortgesetzt. Den Schlusspunkt bildet Reichwalde 2. Um 17:34 Uhr nehmen die drei Bestplatzierten jeder Klasse vor der Gemeindeverwaltung Boxberg ihre Pokale entgegen.
Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport










