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Knappe Duelle, deutsches Podium und zwei Premieren in Assen

20.04.2026
in Motorrad

Action, Überraschungen und Premieren dominierten das erste Rennwochenende der Moto4 Northern Cup-Saison 2026 im niederländischen Assen bei weitestgehend trockenen, aber frischen Wetterbedingungen. Auf dem legendären TT Circuit machten Thias Wenzel und Anina Urlaß die Siege und zweiten Plätze unter sich aus und sorgten damit Aufsehen. Robin Siegert komplettierte das komplett deutsche Podium der vom Motorsport Team Germany geförderten Piloten am Samstag, während Platz drei am Sonntag an den Niederländer Jaylen Korporaal ging.

Anina Urlaß legte direkt zum Saisonauftakt des Moto4 Northern Cup das perfekte Wochenende hin. Die Mass Sports Racing by Jrp Motorsport-Pilotin sicherte sich am Freitag bereits die Pole-Position und fuhr von dort zwei starke Rennen auf dem TT Circuit. Obwohl sie in beiden Rennen keinen optimalen Start erwischte, kämpfte sie am Samstag und Sonntag von Beginn bis zum Ziel an der Spitze. Am Samstag musste sich die 15-Jährige in der letzten Runde jedoch knapp im Foto-Finish um nur 0,017 Sekunden geschlagen geben, doch am Sonntag dominierte sie die Verfolger und fuhr den ersten weiblichen Sieg im Moto4 Northern Cup ein.

„Wir haben ein gutes Setup im Team erarbeitet, wodurch ich die Pole Position und einen neuen Streckenrekord einfahren konnte. Mein Start im ersten Rennen war nicht so gut, dafür die ersten Runden aber umso besser. Ich konnte fast das ganze Rennen anführen und habe den Sieg nur knapp verpasst“, berichtet die Förderpilotin des Motorsport Team Germany. „Im zweiten Rennen war der Start wieder nicht so gut, aber ich konnte mich stark zurückkämpfen und mir sogar einen Vorsprung herausfahren, weil ich sehr konstant gefahren bin und mich auf mich selbst konzentriert habe. Dadurch konnte ich meinen ersten Sieg erreichen“, ergänzt Urlaß.

Ihr Teamkollege aus dem Vorjahr, Thias Wenzel, erschwerte Urlaß jedoch den Durchmarsch. Der Team NSA-Fahrer hatte sich zunächst für Startplatz drei qualifiziert, schoss am Samstag aber schon in der ersten Kurve an die Spitze und setzte sich nach einem spannenden Duell am Ende durch um nach 14 Runden schließlich selbst zum ersten Sieg im Moto4 Northern Cup zu rasen. Der Förderpilot des Motorsport Team Germany erläutert: „Am Samstag war ich sehr motiviert und habe lange darauf gewartet, bis der erste Sieg kam. Der Plan ging auf und ich konnte Anina auf der letzten Geraden überholen und als erster über die Ziellinie fahren.“

Im zweiten Rennen fuhr Wenzel ebenso an der Spitze mit, konnte Urlaß aber aus eigener Kraft nicht schlagen und reihte sich 0,788 Sekunden dahinter auf Position zwei ein. „Ich wusste, dass der Sonntag anders wird. Das Rennen verlief mit mehr Überholmanövern, die die Lücke zu Anina geöffnet haben, aber am Ende konnte ich trotzdem noch den zweiten Platz holen,“ berichtet der 17-Jährige zufrieden.

Der Vizemeister aus der vergangenen Saison, Robin Siegert, hatte von Startplatz fünf aus etwas mehr zu kämpfen. Im ersten Rennen konnte sich der vom Motorsport Team Germany geförderte Pilot aber den dritten Platz und damit das erste Podium des Jahres sichern. Im zweiten Lauf unterlag der Kiefer Racing-Fahrer knapp dem niederländischen Lokalmatador Jaylen Korporaal und wurde im frühzeitig abgebrochenen Rennen um 0,083 Sekunden im Kampf ums Podium mit einem soliden vierten Platz geschlagen.

„Ich hatte in beiden Rennen einen ziemlich guten Start. Im ersten Rennen hatte ich ein Problem mit der Kupplung, habe viele Fehler gemacht, konnte aber trotzdem noch Platz drei holen, womit ich recht glücklich war. Das zweite Rennen war eigentlich ganz gut, aber in der vorletzten Runde war ich dann auf Vier zurückgefallen, hatte schon einen Plan auf Zwei vorzufahren, aber dann kam die rote Flagge und ich bin Vierter geworden. Es war insgesamt ein guter Einstand, wir konnten viele Informationen sammeln und können damit jetzt am Sachsenring wieder voll durchstarten“, resümiert der 15-Jährige.

Danny Hinkelmann legte indes ein starkes Wochenende zum Einstand hin. Der Rookie vom Hinkelmann DH14 Racing Team sicherte sich Startplatz 12 und mit einem achten und einem neunten Rang Top-10-Plätze in beiden Rennen. „Alles in allem war es ein lehrreiches Wochenende und das Ergebnis mit Platz acht und Platz neun ist auch ganz zufriedenstellend. Im zweiten Rennen wäre zwar ohne die kleinen Fehler, die ich gemacht habe und die Probleme, die ich hatte, mehr gegangen, aber dafür habe ich wichtige Erfahrung gemacht, die in meinem Rookie-Jahr mehr Wert ist als Ergebnisse“, so der 15-Jährige.

Nach einem Lernjahr 2025 zeigte Tudor Dedea schon zum Auftakt, was er gelernt hatte. Der 15-Jährige qualifizierte sich auf Position 14 und schnappte sich im ersten Rennen am Samstag Platz elf, bevor er mit Position acht am Sonntag sein bisher bestes Ergebnis im Moto4 Northern Cup holte. „Im ersten Rennen habe ich durch das zu schnelle Loslassen der Kupplung meinen Start vermasselt und musste mich dann vom Platz 21 wieder vorkämpfen. Im Großen und Ganzen konnte ich dann aber ein gutes Rennen abliefern und war mit meiner Platzierung und den ersten Punkten sehr zufrieden“, berichtet der Tudor Racing-Fahrer. Dedea fügt zum zweiten Lauf hinzu: „Der Start ist mir wieder nur mittelmäßig gelungen. Ich habe mich dann während des Rennens von Platz 18 wieder nach vorn gefahren und hatte viele spannende und aufregende Kämpfe. Am Ende bin ich Achter geworden und sehr zufrieden mit meiner ersten Runde des Moto4 Northern Cup 2026.“

Rookie Jason Rudolph erlebte ein Wochenende voller Höhen und Tiefen. Der vom Motorsport Team Germany geförderte 16-Jährige landete im Qualifying auf Position zehn und wandelte diese in einen zwölften Platz im ersten Rennen um. Im zweiten Lauf am Sonntag lag der Racingteam Rudolph-Pilot im starken Kampf um Platz sechs, stürzte jedoch in der letzten Runde unverschuldet.

Erste Erfahrungen sammelte ebenfalls Louis Wolff. Der Moto4 Northern Cup-Neuling landete im Qualifying auf Position 19 und fuhr im ersten Rennen auch auf dieser ins Ziel. Im zweiten Rennen wurde der Kiefer Racing-Fahrer auf Platz 15 gewertet und holte damit seinen ersten Meisterschaftspunkt. „Rennen eins am Samstag lief nicht so wie geplant. In der Aufwärmrunde wollte ich einen Trainingsstart machen und dadurch wurde die Kupplung zu warm und ich bin am Start schlecht weggekommen. Ich habe den Anschluss zur Gruppe verloren und bin dann mein Rennen allein gefahren. Rennen zwei lief dann besser. Ich hatte auch ein paar Kämpfe und konnte gute Rennerfahrungen sammeln. Die Platzierung macht mich zwar nicht ganz zufrieden, aber die Verbesserung war da“ fasste der 17-Jährige zusammen.

Die Förderpilotin des Motorsport Team Germany, Smilla Göttlich zeigte das ganze Wochenende über ein starkes Tempo. Die Pilotin vom Team Freudenberg – Paligo Racing sicherte sich Startplatz acht im Qualifying und fuhr zwei starke Rennen. Unglücklicherweise ging sie nach zehn Runden im ersten Rennen am Samstag auf Platz drei liegend zu Boden. „Das erste Rennwochenende hier in Assen war anfangs relativ positiv, in den Rennen war es dann leider eher enttäuschend. Im ersten Rennen bin ich auf Platz drei liegend leider gestürzt. Ich habe dann im zweiten Rennen mit großen Schmerzen in der rechten Hand versucht, das beste raus zu holen, dann aber in der letzten Runde leider sehr heftig per Highsider gestürzt“, fasst die 14-Jährige zusammen, die am Sonntag mit einer großen Gruppe um Platz sechs kämpfte, aber in der letzten Runde zu Sturz kam.

Nun können die Nachwuchspiloten des Moto4 Northern Cup nach einem spannenden Saisonauftakt etwas durchatmen und kehren vom 8. bis 10. Mai, in weniger als drei Wochen im Rahmen der Euro Moto (ehemals Internationale Deutsche Meisterschaft) auf dem Sachsenring zur zweiten Runde zurück auf die Rennstrecke.

Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport

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