Das ADAC Opel Rally Junior Team hat eine ereignisreiche Rally di Roma Capitale mit einem weiteren Podestplatz beendet. Nach elf strapaziösen Wertungsprüfungen über 197 Kilometer und einer grandiosen Aufholjagd fuhren Timo Schulz (26, Siersburg) und Maresa Lade (33, Osnabrück) in ihrem Opel Corsa Rally 4 als Zweitplatzierte über die Zielrampe in Rom und behaupteten damit ihre Zwischenführung in der Gesamtwertung der Junior European Rally Championship 2026. Dabei wurden die Deutschen ebenso von einem Reifenschaden zurückgeworfen wie ihre belgischen Teamkollegen Tom Heindrichs (22, St. Vith) und Jonas Schmitz (23, St. Vith), die am Ende den fünften Rang belegten und in der JERC-Tabelle nun an dritter Stelle liegen. Claire Schönborn (26, Löffelscheid) und ihr Copilot Michael Wenzel (50, Mehlingen) waren nach einer bis dahin sauberen Vorstellung auf dem Weg zu einem guten siebten Rang, rutschten aber wenige Kilometer vor dem Ziel der letzten Wertungsprüfung von der Piste, verloren mehr als zehn Minuten und fielen auf Platz 10 zurück.
Erwartungsgemäß hielt die Asphalt-Rallye rund um die italienische Hauptstadt einige Tücken bereit. Zunächst lief für die Opel-Junioren alles nach Plan. Ab der zweiten Wertungsprüfung setzte sich Schulz an die Spitze des insgesamt 42 Rally-4-Autos umfassenden Teilnehmerfelds, wobei Heindrichs dem Teamkollegen mit zwei Bestzeiten in WP3 und WP5 bis auf 2,6 Sekunden auf den Pelz rückte. Doch schon in der nächsten Prüfung zeigte sich, wie dicht Freud und Leid im Rallyesport beisammen liegen. Beide Corsa Rally4 trafen in der 27,8 km langen WP6 einen Stein, was beiden einen Reifenschaden eintrug. Während Schulz und Lade die letzten fünf Kilometer auf der rechten vorderen Felge ins Ziel humpelten und gut eine Minute verloren, sahen sich Heindrichs und Co Schmitz gezwungen, das linke Vorderrad in der Prüfung zu wechseln. Heindrichs: „Der Plattfuß trat schon nach rund neun Kilometern auf, es gab keine andere Option. Zuerst mussten wir noch einen Kilometer auf der Felge fahren, bis die Straße breit genug wurde, um wechseln zu können.“ Alles in allem verloren die Belgier rund zwei Minuten und fielen bis auf Platz acht im JERC-Klassement zurück.
Unverdrossen inszenierten Schulz/Lade eine große Aufholjagd, schoben sich mit drei Bestzeiten in den letzten Prüfungen vom fünften wieder auf den zweiten Rang vor und verkürzten dabei sukzessive den Rückstand auf Leader Davide Pesavento. Am Ende rettete der Italiener den Sieg ins Ziel. Mit Rang zwei behielt Schulz die Führung in der JERC-Fahrerwertung und war im Ziel in Rom nicht unzufrieden: „Wir waren das ganze Wochenende über die Schnellsten, konnten alles kontrollieren. Trotz des Plattfußes noch Zweiter zu werden, ist ein tolles Ergebnis und gut für die Meisterschaft. Natürlich ist etwas Herzschmerz dabei, weil wir vor dieser fantastischen Kulisse gerne als Sieger über die Zielrampe gerollt wären. Aber alles in allem können wir den nächsten Rallyes positiv entgegenblicken.“
Auch Heindrichs/Schmitz bliesen nach dem Pech in WP6 zur Attacke und waren über die Distanz vier mal die Schnellsten – öfter als alle anderen im JERC-Feld. Die Schlussattacke gegen die Italiener Sandrin/Dal Maso gelang zwar letztlich ganz knapp nicht, dennoch war Heindrichs mit seinem fünften Platz einverstanden: „Ich denke, alles in allem können wir stolz auf unsere Leistung sein. Zusammen mit Timo waren wir bei unserem zweiten JERC-Einsatz die Pacemaker für die anderen. Schade, dass uns der Platten die Chancen auf den Sieg gekostet hat. Auf der abschließenden Powerstage haben wir nochmal voll attackiert. Den vierten Rang um 2,8 und das Podest um 8,9 Sekunden verpasst zu haben, ärgert uns natürlich schon ein bisschen. Schade, aber wir freuen uns auf die nächsten Rallyes.“
Schönborn/Wenzel waren in ihrem Corsa Rally4 bis zu ihrem Ausritt gut unterwegs gewesen und hatten speziell am letzten Tag nochmals an Speed zugelegt. „Das war natürlich alles andere als das Ergebnis, das wir uns erhofft hatten“, ärgerte sich die ehemalige Bergrennfahrerin über ihren Ausritt. „Der Sonntag ging bis dahin so gut, auch wenn ich in WP9 in einer engen Kehre einmal zurücksetzen musste und viel Zeit verloren habe. Aber die WP8/10 lief richtig super, die hat mich an meine früheren Bergrennen erinnert. In der letzten Prüfung wollte ich eigentlich gar nicht mehr attackieren. In einer kniffligen Bergab-Passage bin ich dann aber von Splitt auf der Bahn überrascht worden. Ich war nur minimal neben der Spur, aber die Kurve hat so zugemacht, dass wir geradeaus in den Graben gerutscht sind. Zum Glück standen dort viele Zuschauer, die uns geholfen haben, das Auto wieder auf die Straße zu hieven. Immerhin konnten wir so noch ins Ziel fahren. Ärgerlich, aber auch das ist eine Erfahrung. Insgesamt nehme ich sehr viel Positives aus Rom mit und freue mich sehr auf das, was noch kommt.“
Opel-Motorsportchef Jörg Schrott lobte den Kampfgeist seiner Mannschaft: „Alle haben bewiesen, dass das Wörtchen ‚Aufgeben‘ in ihrem Wortschatz nicht vorkommt. Ein Plattfuß kann im Rallyesport immer passieren. Timo und Tom waren hier in ihren Corsa Rally4 die Schnellsten, ihre Aufholjagden sehr beeindruckend. Auch Claire hat auf diesen extrem anspruchsvollen Prüfungen einen prima Job abgeliefert. So ein Fehler passiert auch Fahrern mit deutlich mehr Erfahrung, daraus kann sie nur lernen. Unsere Einsatzteams Stohl Racing und Waldherr Motorsport haben wie immer erstklassig gearbeitet. Das alles stimmt uns zuversichtlich für die kommenden JERC-Läufe.“
Der dritte Lauf zur Junior European Rally Championship findet in drei Wochen in Polen statt. Auch der Wettbewerb rund um Katowice geht auf Asphalt über die Bühne. Für Schönborn und Schulz steht indes in der Woche zuvor das dritte Kräftemessen im ADAC Opel GSE Rally Cup auf dem Programm. Dann treffen die elektrischen Opel Mokka GSE im Rahmen der Rallye Weiz in der Steiermark aufeinander.
Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport










