Das ADAC Opel Rally Junior Team ist mit einem Traumergebnis in die Junior European Rally Championship (JERC) 2026 gestartet. Die Deutschen Timo Schulz/Maresa Lade sowie die Belgier Tom Heindrichs/Jonas Schmitz sicherten sich bei der Royal Rally of Scandinavia rund um Karlstad in ihren von Stohl Racing eingesetzten Opel Corsa Rally4 einen eindrucksvollen Doppelsieg. Ihre deutschen Teamkollegen Claire Schönborn/Michael Wenzel beendeten die erste Schotter-Rallye der Pilotin in einem frontangetriebenen Fahrzeug auf dem zehnten Schlussrang.
Nach einem kontrollierten ersten Rallye-Tag, den sie im starken Feld der schnellsten Rallye-Junioren Europas auf den Positionen 2 (Schulz), 4 (Heindrichs) und 10 (Schönborn) beendet hatten, legten alle drei Opel-Junioren tags darauf nochmals einige Kohlen nach. Heindrichs und Schulz begannen den Sonntagmorgen mit Bestzeiten in den Wertungsprüfungen 9 und 10 und erhöhten damit den Druck auf die zu diesem Zeitpunkt führenden Hakalehto/Koponen. Die Entscheidung zu Gunsten des ADAC Opel Rally Junior Teams fiel nach einem Unfall der Finnen in WP13. In den verbleibenden drei Prüfungen verwalteten Schulz und Heindrichs ihren Vorsprung und fuhren den Doppelerfolg sicher nach Hause.
Für Timo Schulz, den Champion des ADAC Opel Electric Rally Cup 2022, war es nach der Barum Czech Rally Zlín 2023 der zweite JERC-Laufsieg: „Ich bin überglücklich“, strahlte der 26-jährige Saarländer. „Das gesamte Team hat fantastische Arbeit geleistet, der Corsa Rally4 hat perfekt funktioniert. Wir haben das ganze Wochenende über keine Fehler gemacht und konnten uns kontinuierlich steigern. Dass wir die Pace vorne so gut mitgehen und die Rallye am Ende gewinnen können, hätten wir vorher nicht erwartet. Es war ein perfekter Start in die Saison, es hätte wirklich nicht besser laufen können.“
Tom Heindrichs, der im Vorjahr den Titel im ADAC Opel Electric Rally Cup gefeiert und sich damit den Aufstieg ins Opel-Werksteam verdient hatte, zog ebenfalls ein positives Fazit aus der schwedischen Schotter-Hatz: „Ich bin superhappy mit dem zweiten Platz, das sind wichtige Punkte für die Saison“, fasste der 22 Jahre alte Belgier zusammen. „Mit der Pace können wir zufrieden sein, wir haben uns übers Wochenende gesteigert. Obwohl wir weniger Erfahrung hatten als manche Konkurrenten, sind wir eine schlaue Rallye gefahren, haben versucht, kritische Cuts zu vermeiden. Das hat uns vielleicht mitunter etwas Zeit gekostet, dafür sind wir ohne Plattfuß und ohne Kratzer am Auto durchgekommen. Es war ein Superstart in der wohl schwierigsten Rallye für uns. Nun geht es viermal auf Asphalt, auf dem wir uns wohler fühlen. Wir freuen uns darauf!“
Ungeachtet ihrer sehr knapp ausgefallenen Saisonvorbereitung zeigte Claire Schönborn unterdessen keine Umstellungsprobleme von ihrem letztjährigen Allrad-Fahrzeug auf den frontangetriebenen Corsa Rally4. Die Hunsrückerin agierte konzentriert und verkürzte sukzessive den Rückstand auf die Spitze: „Es war ein lehrreiches Wochenende“, kommentierte die 26-Jährige. „Die Samstags-Prüfungen haben mich an Griechenland oder Portugal erinnert, mit vielen Steinen und Schlägen. Da habe ich mich etwas schwergetan. In der letzten Prüfung haben wir schon nach drei Kurven einen großen Stein getroffen, der Radaufhängung und Radlager beschädigt hat. Auch die Bremse wurde in Mitleidenschaft gezogen. Da haben wir viel Zeit verloren. Der Sonntag lief sehr gut, was man ja auch an den WP-Zeiten gesehen hat. Leider hat uns in WP12 ein Stein einen Plattfuß beschert. Alles in allem bin ich sehr zufrieden, der Corsa Rally4 hat viel Spaß gemacht. Die nicht angetriebene Hinterachse hat mir nicht gefehlt.“
Opel-Motorsportchef Jörg Schrott war mit der Leistung des Teams rundum einverstanden: „Alle drei Fahrer haben unsere Erwartungen beim Saisonstart voll erfüllt. Timo hat Speed und Erfahrung perfekt kombiniert. Auch auf Schotter, auf dem ihm in der Vergangenheit hie und da die Konstanz gefehlt hat, war er hier bärenstark unterwegs. Tom hat die Erwartungen übererfüllt. Er war hochkonzentriert, sehr lernbegierig und hat bewiesen, dass er auf Anhieb bei den Schnellsten mitfahren kann. Claire hat trotz ihrer geringen Erfahrung – immerhin war es erst ihre elfte Rallye – einmal mehr demonstriert, welch enormes Talent in ihr steckt. Die Mannschaft rund um Manfred Stohl hat wie gewohnt perfekte Arbeit geleistet, und alle drei Corsa Rally4 sind gelaufen wie Uhrwerke. Wir hätten uns keinen besseren Saisonstart wünschen können.“
Die drei Opel-Junioren treffen sich bereits am kommenden Wochenende in den Niederlanden wieder. Schulz und Schönborn starten parallel zu ihrem JERC-Engagement im ADAC Opel GSE Rally Cup, der bei der ELE Rally rund um Eindhoven erstmals mit dem neuen, bis zu 207 kW (281 PS) starken Opel Mokka GSE Rally ausgetragen wird. Heindrichs wird beim Saisonstart des weltweit ersten elektrischen Rallye-Markenpokals ausgewählte Gäste in einem VIP-Fahrzeug um die Wertungsprüfungen chauffieren.
Der zweite Lauf zur Junior European Rally Championship geht vom 3. bis 5. Juli im Rahmen der Rally di Roma Capitale rund um die italienische Hauptstadt über die Bühne. Dann steht für das ADAC Opel Rally Junior Team der erste Asphalt-Wettbewerb der Saison auf dem Programm.
Text- und Bildmaterial: ADAC Motorsport










